Das Muster unter der Lupe
Die Linien laufen wie die Lagen einer geschmiedeten Klinge über das Leder. Ein Etui aus Damastleder ist für uns die angemessene Umgebung für ein Laguiole-Messer.
Keine Werkstatt, keine Maschinen. Nur die Messer, die wir lieben, ein Zeichenblock und viele Gespräche mit Kunden, Schmieden und einer Lederfabrik. Die Geschichte in zehn Kapiteln.
Seit 1995 verkaufen wir Laguiole-Messer, und eine Menge Messer und Lederscheiden sind in dieser Zeit durch unsere Hände gegangen. Viele unserer Kunden stellen ihr Laguiole nicht nur in die Vitrine, sie benutzen es auch zum Schneiden.
Irgendwann fiel uns auf: Die Kunden griffen zu immer hochwertigeren Messern, aber ein wirklich schönes Etui für den Gürtel vermissten sie. Aus diesem Mangel wurde der Wunsch, selbst eins zu entwickeln.
Im neu gegründeten Kreativ-Team haben wir zuerst aufgeschrieben, was das Etui können muss. An erster Stelle stand der Wunsch nach einer Lederscheide, die keinem bisherigen Produkt ähnelt.
Die Hinweise unserer Kunden halfen dabei am meisten. Sie zeigten auf die Nieten und Metallteile an vielen Etuis: genau dort entstehen die Kratzer auf dem Griff. Also sollte unsere Scheide ganz ohne Metall auskommen, trotzdem sicher schließen und stabil am Gürtel hängen.
Nach etlichen Zeichnungen hatte sich die Form herausgeschält. Um sie in der Hand zu haben, bauten wir ein einfaches Modell. Passt ein Laguiole hinein? Sieht es dreidimensional so aus, wie wir es uns vorgestellt hatten?
An manchen Stellen sollte das Etui aus mehreren Lederschichten bestehen. Es musste sich trotzdem nähen lassen und durfte am Ende nicht klobig wirken.
Die obere Schicht sollte formstabil sein, damit das Messer einfach hineingleitet und genauso leicht wieder herauskommt. Dafür wird das nasse Leder zwölf Stunden lang in eine Form gespannt, die wir eigens dafür gestaltet haben.
Das gelingt nur mit bestimmten hochwertigen Ledersorten. Zum Glück waren das genau die, die wir ohnehin verwenden wollten.
Als Funktion und Größe standen, haben die Damen im Kreativ-Team an der äußeren Erscheinung gefeilt. Einfach nur schwarz oder braun passte nicht zu dem Anspruch, etwas Außergewöhnliches zu machen.
So entstand die zweifarbige Scheide, bei der jede Farbe eine Aufgabe hat, und eine einfarbige Variante mit farblich abgesetzten Nähten.
Zuerst wollten wir das Etui in Spanien fertigen lassen, die Spanier sind für ihre Lederarbeiten bekannt. Nach dem Treffen mit dem deutschen Hersteller des ersten echten Musters war klar: Unsere Ansprüche verlangen eine enge Zusammenarbeit, auch später in der Serie. Das geht nur, wenn die Fabrik nah ist.
Den Mustermacher und den Inhaber der Lederfabrik haben wir in die Entwicklung geholt. Ihre Jahrzehnte an Erfahrung stecken in jedem Etui. Heute wird in Solingen gefertigt, und auf jede Lederscheide prägen wir mit Stolz „Made in Germany".
Das Damastmuster einer Klinge hat Justin schon immer fasziniert. Bei den Besuchen in den Schmieden hat er genau hingeschaut, wie so eine Klinge geschmiedet wird. Beim Leder hatte er endlich die Gelegenheit, selbst ein Damastmuster zu entwerfen. Nicht mit Stahl und Feuer, sondern mit seinen Mitteln: dem Stift.
Dahinter stecken viele Stunden Arbeit und mehrere Teams. Designer haben viele Damastmuster untersucht, Lasergraveure prüften, was sich umsetzen lässt, Lederfabrikanten beurteilten die Wirkung auf dem Leder. Als die ersten Muster fertig waren, war die Überraschung groß: Das Damastleder sah edel aus, genau wie erhofft.
Die Linien laufen wie die Lagen einer geschmiedeten Klinge über das Leder. Ein Etui aus Damastleder ist für uns die angemessene Umgebung für ein Laguiole-Messer.
Als nächstes sollte ein Etui für alle entstehen, die ihr Messer nicht am Gürtel tragen. Das Damastleder gibt ihm die nötige Würde. Wer es aus der Hosentasche oder die Dame aus der Handtasche holt, soll sofort sehen, dass darin ein Kunstobjekt steckt.
Ein Druckknopf hält das Messer sicher, andere Dinge in der Tasche können ihm nichts anhaben. Sechs Farben passen zu der großen Vielfalt der Griffmaterialien.
Für zwei oder vier Messer: Aufgeklappt stehen die Messer auf einer samtigen Oberfläche. Sie brauchen sich um die Unterlage keine Sorgen zu machen, nichts zerkratzt.
Geschlossen wird das Etui mit einem feinen Lederriemchen, so traditionell wie das Laguiole selbst.
Der Erfolg bei Kunden und auch bei den Schmieden hat uns angetrieben. Es folgten schräg getragene Scheiden wie ARGETO, bei der das Damastleder die Lasche ziert, Sondereditionen mit geprägter Biene und Ranke, Scheiden aus Kamelleder, Steck-Etuis in XXL für die großen Laguiole- und Thiers-Messer und zuletzt CHEVALIER mit dem gravierten Ritter.
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Justine de Mérges Steck-Etui aus Damastleder für Laguiole-Taschenmesser
Edel und made in Germany: Justine de Mérges Lederetuis für Laguiole-Taschenmesser
Laguiole-Lederetuis für Gürtel aus Rind/Kamelleder von Justine de Mérges, Made in Germany